Mobilisierung gegen das Solarausstiegsgesetz
Teilnahme an der Großkundgebung in Berlin am 5.3.2012
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz Deutschlands sorgt für eine Erfolgsstory der Solarenergie und ist Vorbild für gut 60 ähnliche Gesetze weltweit.
Und nun will unser Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die weitere Entwicklung der Sonnenenergie extrem beschneiden.
Fadenscheinige Begründungen über die Unwirtschaftlichkeit und die hohen Kosten des Solarstroms gibt er als Gründe an. Interessanterweise widerspricht die Zielsetzung Röslers dem nationalen Aktionsplans der Bundesregierung für Erneuerbare Energien, den die Bundesregierung noch vor der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke nach Brüssel geschickt hatte. Auf jeden Fall ist sein Gesetzesentwurf eine klare Kampfansage an alle, die für die Erneuerbaren Energien eintreten!
Daher rufen wir Euch auf, Euch zu wehren! Kommt am 5. März um 13 Uhr an das Brandenburger Tor in Berlin und zeigt so euren Unmut über das „Solarausstiegsgesetz“, das die Energiewende in Deutschland konterkariert. Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, so könnte die Klima- und Energiepolitik national und international um Jahre zurückgeworfen werden.
Außerdem hat die Stiftung "100% Erneuerbar" die Aktion „I LIKE THE SUN“ ins Leben gerufen. Diese wettet: Die Sonne hat mehr Facebookfans als Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler! Macht alle mit und unterstützt diese Aktion! Zeigt Herrn Rösler, wen Ihr lieber habt!;)
Wir sehen uns in Berlin!
Weiter Infos finden sich über unseren facebook-Auftritt und unter http://www.solarwirtschaft.de.
Live-Blog aus Paris-Teil 2 15.02.2012
Ein live-blog von Carl-A. Fechner
Ich stehe um 6 Uhr morgens am Flughafen Orly, denn meine Reiseplanung wurde wieder einmal kurzfristig umgeworfen. Eigentlich wollte ich gestern Abend nach Berlin fliegen, aber es kommt immer mal was dazwischen und Flexibilität gehört bei mir zum Geschäft.
Das Screening gestern, vor circa 400 Leuten in dem total überfüllten Hauptkino, war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Ich habe eine Ahnung davon bekommen, warum in Frankreich so wenig in Richtung Energiewende vorangeht. Die Menschen sind von der Unmöglichkeit überzeugt, dass etwas so Konkretes und so Großes in ihrem Land nicht zu ändern ist. Das liegt sicherlich zum Teil auch daran, dass der Informationsfluss hier sehr einseitig ist. Ich habe hier Argumente gegen Erneuerbare Energien gehört, die ich anderswo seit sicherlich acht bis zehn Jahren nicht mehr gehört habe, also die gesamte Bandbreite von mentaler Fixierung auf eine Nichtlösung die ich da gestern gehört habe. Dass es hier in Frankreich hunderttausende Menschen gibt, die Widerstand gegen Atomkraft leisten und die zum Beispiel die Menschenkette am 11. März organisieren wollen, das wusste keiner der Anwesenden.
Nach 30 Minuten musste die Diskussion dann aus dem Kinosaal verlegt werden, da die Festivalveranstaltung nicht mehr Zeit für die Diskussion veranlagt hatte und der nächste Film schon beginnen sollte. Es gab einige Unmutsbekundungen seitens des Publikums und daraufhin habe ich mich mit circa 50 Diskussionsfreudigen unter zugegeben sehr improvisiert anmutenden Umständen im Foyer weiter unterhalten.
In meinem Hotel hier gibt es keine eine einzige Heizung, die nicht mit Strom funktioniert, die Menschen um mich herum sind erkältet, der Concierge meines Hotels trägt den gesamten Abend eine Daunenjacke gegen die Kälte. Es gibt schlicht und ergreifend nicht genug Energie in Frankreich um die Millionen Elektroheizungen zu betreiben, die eigentlich die Stromüberschüsse der AKWs abfedern sollen.
Eine Erfahrung, die ich für mich selbst sehr spannend fand: Beim Verlassen meines Hotelzimmers bin ich beinahe der Versuchung unterlegen, die Heizung einfach laufen zu lassen („ ist ja eh´ nur blöder Atomstrom“). Etwas Derartiges ist mir in meinem ganzen Leben noch nie in den Sinn gekommen.
Ansonsten gab es wahnsinnig viel Applaus und Zuspruch für unseren Film. Ich habe viele Menschen getroffen, die unseren Weg unterstützen wollen, allerdings vermisse ich bei vielen den Glauben und den absoluten Willen Frankreich auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen. Und das, obwohl nur einige Kilometer entfernt in Deutschland ein Modell existiert. Auch die Tatsache, dass Deutschland zur Zeit Strom aus Erneuerbaren Energien nach Frankreich exportiert, ist hier total unbekannt, die französische Presse berichtet unisono, dass Deutschland den Ausstieg aus der Atomindustrie mit Importen von Atomstrom aus Frankreich bezahlt.
Die vergangene Nacht habe ich in unmittelbarer Nähe zum Flughafen hier in Orly verbracht, eine der Vorstädte von Paris, die jeglichen Pariser Charme missen lassen. Armut, Depression und heruntergekommene Gebäude dominieren hier das Bild, Verhältnisse in denen der Großteil der 15 Millionen Einwohner Paris´ leben, denn nur ein kleiner Bruchteil der Pariser lebt in dem Paris, das soviel Charme hat und auch als die Stadt der Liebe gilt.
Trotz einer kurzen Nacht freue ich mich auf jetzt Berlin, dort geht es jetzt richtig los!
Herzliche Grüße
Carl-A. Fechner
Live-Blog aus Paris- Teil 1 14.02.2012
Ein live-blog von Carl-A. Fechner
Wieder Unterwegs!
Nach einem kurzen Abstecher in Saarbrücken bin ich gerade wieder auf dem Weg zurück nach Paris, wo bei einem Umweltfestival von beträchtlicher Größe die 4. REVOLUTION gezeigt wird. Spontan fällt mir dabei auf, dass am gerade vergangenen Wochenende der Film in Paris, Sydney und Neu-Dehli gespielt wurde. Damit ist die 4. REVOLUTION mittlerweile in über 30 Ländern angekommen und in gut 20 Sprachen übersetzt - ein gutes Gefühl.
Das Publikum in Paris war sehr interessiert, die Veranstaltungen war total überfüllt und die Veranstalter waren ausgesprochen glücklich über den Zuspruch der Menschen. Auffallend war jedoch die Skepsis des Publikums gegenüber der Möglichkeit, ein Land tatsächlich auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen. Das erinnerte mich stark an einen Auftritt, den ich im Oktober letzten Jahres in Japan hatte. In einer Fragestunde wurden damals sicherlich 20 Vorhaltungen gemacht, warum es nicht möglich sein sollte, eine Industrienation auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen – und vier Monate danach sah das schon ganz anders aus. So erscheint es mir in Frankreich: Die Leute wissen unglaublich viel über die Problematik der Atomenergie, sie erlauben es sich aber nicht, mentale Schranken hinter sich zu lassen und diese Chancen zu einem Atomausstieg, die in Deutschland genutzt wurden, auch wirklich wahrzunehmen.
Zweifellos ist Frankreich ein problematisches Land in Bezug auf den Atomausstieg, auf Grund der verkrusteten Strukturen und einem Präsidentschaftskanidaten Sarkozy, der die Laufzeiten der Atomkraftwerke lieber verlängern möchte. Um so wichtiger ist es gerade in Frankreich Widerstand zu leisten, und mir wird wieder einmal klar, dass wir uns alle am 11. März bei der Menschenkette zwischen Lyon und Avignon (weitere Infos dazu findet Ihr unter http://www.chainehumaine.org) treffen sollten. Wenn es möglich sein sollte eine 200 km lange Menschenkette durch das Land zu führen, dann wird das auch in Frankreich die Wahrnehmung vieler verändern.
Nach der Veranstaltung hatte ich einen Termin zu einem Radiointerview mit dem Südwestrundfunk, die mich schon lange begleiten und sich sehr für meine Aktivitäten und Bemühungen interessieren. Der Redakteur Klaus-Peter Karger legte ein besonderes Augenmerk auf das Geschehen in Japan und die Chancen der Energieumstellung in dem vom Atomgau betroffenen Land.
Nach der an den Film anschließenden Diskussion und dem Radiointerview habe ich mich kurzfristig auf den Weg nach Saarbrücken gemacht, um mich dort mit meiner Tochter Amelie zu treffen. Sie hat vor zwei Wochen eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt über die Umstellung der Region Harz zu einer 100%-Energieautonomen Region angetreten – dieses Thema lässt die Familie Fechner nicht los, und das ist auch gut so!
Am heutigen Dienstag wird es eine weitere Vorführung der 4. Revolution in Paris geben, dann werde ich mich auf den Weg nach Berlin begeben, um im Rahmen der Berlinale diverse Gespräche zu führen. Ich freue mich darauf und werde mich wieder melden.
Herzliche Grüße
Carl-A. Fechner
Bericht der THE JAPAN TIMES zu den Vorpremieren DIE 4. REVOLUTION
Liebe EnergyAutonomy-Community,
anbei ein Link zu einem Artikel der JAPAN TIMES online vom Dez. 2011 zu den Vor-Premieren von DIE 4. REVOLUTION in Japan.
http://www.japantimes.co.jp/text/fl20111218x3.html
Ihr EnergyAutonomy-team
Die 4. Revolution und Carl-A. Fechner auf FIFE-Filmfestival, Paris
Liebe Umweltfreunde,
wir laden Sie herzliche zur Festival-Vorführung des Kinodokumentarfilms DIE 4. REVOLUTION - ENERGY AUTONOMY anlässlich des FIFE-Filmfestivals in Paris ein.
Das Festival findet im Cinema des Cinéastes in 7 rue de Clichy statt und zeigt DIE 4. REVOLUTION zu folgenden Zeiten:
13 Februar, 12:00h im Cinéma des cinéastes, salle 3
14 Februar, 12:00h im Cinéma des cinéastes, salle 1
Weitere Informationen zum Festival:
http://www.iledefrance.fr/festival-film-environnement/programmation-2012/the-4th-revolution/
Regisseur Carl-A. Fechner wird bei den Vorführungen am 13. und 14. Februar anwesend sein und steht zu persönlichen Gesprächen zu Verfügung. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung an Irja Martens, e-mail: irja.martens@fechneremdia.de.
Wir freuen uns, auf Ihren Besuch.
Ihr fechnerMEDIA- und EnergyAutonomy-team

